Aktuelles

Weltkulturerbe digital transformiert

Der »»medienkunstcontainer feiert 40 Jahre UNESCO-Weltkulturerbe

Das Jahr 2026 beginnt mit einem Jubiläum: 40 Jahre UNESCO-Weltkulturerbe in Trier. Anlässlich des Auftakts dieses Jubiläumsjahrs wird der »»medienkunstcontainer trier (aktueller Standort am Konstantinplatz Trier) ab dem 31.01.2026 für begrenzte Zeit mit einem eigens entwickelten Videomapping von Jonas Schöner (Saarbrücken) bespielt. Die Präsentation versteht sich als bewusste Unterbrechung des kuratorischen Programms im »»medienkunstcontainer und setzt damit einen eigenständigen Akzent im Jubiläumsprogramm der Stadt.

Ausgangspunkt der Arbeit sind die zentralen UNESCO-Weltkulturerbestätten Triers, die das Stadtbild seit Jahrhunderten prägen. Mithilfe eines digitalen Verfahrens transformiert Jonas Schöner diese historischen Monumente in eine abstrahierte Bildwelt. 

Ein Wechselspiel aus Präzision und Auflösung bestimmt die Wirkung des Videos. Die Bauwerke setzen sich aus strahlenhaften Partikeln zusammen, verschieben sich, rotieren – und zerfallen im nächsten Moment wieder in abstrakte Fragmente. Jonas Schöner greift das Motiv von Wandel, Bewegung und zeitlichen Prozessen auf, denen die historischen Monumente seit ihrer Entstehung unterworfen sind. Zugleich lassen die fragmentierten Formen an Verfall, Zerstörung und die Spuren von Krieg denken, denen die Bauwerke im Laufe ihrer Geschichte ausgesetzt waren. Dennoch erscheinen die Denkmäler nicht als fragile Relikte, sondern standhaft: Als Zeitzeugen vieler Jahrtausende haben sie Generationen überdauert und natürlichen wie menschlichen Einflüssen getrotzt.

Unterbrochen wird die Abfolge der UNESCO-Welterbestätten durch die Darstellung der barocken Skulptur Flora aus dem Palastgarten. Obwohl die Gartenanlage selbst nicht Teil des Weltkulturerbes ist, fungiert sie als historisches Bindeglied zwischen Konstantinbasilika und Kaiserthermen. Im Video rotiert die Skulptur – einer Kompassnadel oder einem Uhrzeiger ähnelnd – und wird so zum Sinnbild für Zeit, Stilwandel und historische Brüche. 

Mit seiner digitalen Übersetzung des kulturellen Erbes eröffnet Jonas Schöner eine neue Perspektive auf die bekannten Welterbestätten der Stadt: wandelbare Strukturen, die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zugleich in sich tragen – zerbrechlich und standhaft zugleich.


Das Kunstwerk anlässlich des Jubiläums ’40 Jahre UNESCO-Weltkulturerbe‘ wurde mit freundlicher Unterstützung der Kulturstiftung der Stadt Trier, dem Amt für Stadtkultur und Denkmalschutz und der Trier Tourismus Management GmbH (TTM) realisiert.

ERBaut für die Ewigkeit
Am 28. November 1986 erkannte die UNESCO an, was man in Trier längst wusste: Hier ist Geschichte nicht nur steinalt, sondern auch steinhart in ihrer Überzeugungskraft.

Zum Jubiläumsprogramm

zum Anhören: SWR Kultur zur Ausstellung »»generator 5

„Der Keller eines ehemaligen Militärhospitals… das klingt erstmals nach Lost-Place und Spinnenweben. Aber genau – auf dem heutigen Campus der Uni Trier – lässt sich gerade Kunst erleben. …“

Hörfunkbeitrag von Nicole Mertes für SWR Kultur
Mit O-Tönen von Marie-Luise Meister (Künstlerin), Etienne Rey (Künstler) und Samira Rudek (Ausstellungsgruppe »»generator 5)

© Nicole Mertes, SWR Trier.

Erwähnte Kunstwerke:

»» generator 5 – Wiedereröffnung des Medienkunstlabors

Endlich ist es soweit! Am 03. Dezember 2025 um 18:00 Uhr feiern wir die Wiedereröffnung des »»generators, des Medienkunstlabors der Universität Trier. Hierzu laden wir herzlich ein!

Das fünfte Projekt des »»generators ist dem Element Wasser gewidmet und bildet zugleich den Auftakt einer Reihe zu den vier Elementen. Unter dem Titel Hydrogènes | Wasserstoffe entfaltet die Ausstellung mit Werken von Etienne Rey und Marie-Luise Meister eine dichte Erzählung, die das Element Wasser aus unterschiedlichen Perspektiven befragt. Die Arbeiten eröffnen einen vielschichtigen Dialog über Wasserstoffe, über Atmosphäre, Wahrnehmung und Materialität.

Eröffnung: 03.12.2025, 18:00 Uhr | Hörsaal 11/12, mit anschließendem Ausstellungsbesuch.
Anschrift: Universität Trier, Campus II, Behringstr. 21, 54296 Trier


Bild: Einladungskarte »»generator 5 | Bilder: Etienne Rey: Turbulences © adagp-Paris-2025; Marie-Luise Meister: Fluid Bodies, 2024 © Marie-Luise Meister | Graphische Gestaltung: Tia Meinert.

Medienkunst am Konstantinplatz

Der Medienkunstcontainer kehrt zurück – als Teil der Illuminale Trier

Es ist soweit: die Tage werden kürzer, die Nächte länger und dunkler –– Zeit, wieder Lichtkunst in die Stadt zu bringen. Ende September wird der »»medienkunstcontainer trier erneut Betrieb genommen: An einem neuen Ort, mit einem bisher nicht gezeigten Teil des Kunstwerks flow!

Die Auftaktveranstaltung dazu bietet die Illuminale Trier. Das Lichtkunstfestival ist seit 2011 ein Highlight des trierischen Veranstaltungssommers, das zweijährig zwischen fünfzehn- und zwanzigtausend Menschen anlockt. Im Rahmen der Illuminale, die 2025 die Fläche um die Konstantinbasilika und den angrenzenden Palastgarten bespielt, soll der »»medienkunstcontainer an zentraler Position vor der Konstantinbasilika aufgestellt werden und damit die Besucher:innen der Veranstaltung auf dem Gelände ‚begrüßen‘.

Während die verschiedenen Stationen der Veranstaltung am Ende des zweitägigen Events abgebaut werden, wird der »»medienkunstcontainer anschließend an der Konstantinbasilika verbleiben und die Herbst- und Winternächte erneut mit Videokunst erhellen.

Der Abschluss dieser dritten Präsentation wird erneut durch eine publikumswirksame Veranstaltung vollzogen – die Lange Nacht der Kunst am 7. Dezember 2025, in deren Programm der »»medienkunstcontainer als Ausstellungsprojekt des »»generators integriert ist.

Sience Lab – »»medienkunstcontainer trier 2024 / 2025

Der »»medienkunstcontainer folgt dem Initialgedanken des »»generators, eine Experimentier-, Lern- und Laborfläche zu bieten, auf der die Studierenden die Ausstellungspraxis in all ihren Facetten kennenlernen. So wurden bereits im Voraus zur Einweihung des »»medienkunstcontainers Seminare durchgeführt, die sich unter Anderem dem Wasser in der zeitgenössischen Kunst oder Alternativen Ausstellungsorten und Offspaces sowie der Ausstellung und Präsentation von Licht- und Medienkunst widmeten und dabei den Container als zukünftigen Ausstellungsort mitdachten und integrierten. Dem Konzept des Science Lab folgend, diente der »»medienkunstcontainer und das zum Auftakt präsentierte Kunstwerk „Flow“ dabei als Experimentierfeld für die Studierenden, um sich als Ausstellungsplaner:innen, Kunstwissenschaftler:innen oder Kunstvermittler:innen zu erproben.

Als Ergebnis entstanden verschiedene Studierendenbeiträge, die von kuratorischen Vorschlägen, kunstdidaktischen Angeboten, Videobeiträgen bis hin zu wissenschaftlichen Beiträgen zusammensetzen. Die Beiträge sind nicht nur von spannenden kunsthistorischen Beobachtungen und Ideen der Studierenden geprägt, sondern spiegeln auch ihre ganz persönlichen – teils interdisziplinär geprägten – Interessen.

Ein Teil dieser Ergebnisse, wird mit dieser Publikation veröffentlicht. 

Sience Lab zum »»medienkunstcontainer 2024 / 2025

Mit Beiträgen von den Studierenden Lisa Brungs, Sho Ito, Caroline Kaiser, Sophie Lindner, Ansgar Lübbe, Ricardo Rodrigues de Sousa, Tabitha Schmitz, Gianna Seger und Marc Wacht.

Beitragsübersicht:

Vorwort: Science Lab – Der »»medienkunstcontainer trier als  Experimentierfeld
Larissa Wesp

Der »»medienkunstcontainer trier – Zwischen Offspace und Kunstobjekt
Caroline Kaiser

Flow –  Ein Blick auf das Wasser
Lisa Brungs

„Wasser sagen, ohne Wasser sagen“ – Im Gespräch mit den Künstlern Alexander Wöhler und Jonas Schöner
Ricardo Domingos Rodrigues de Sousa

Belebung und Vernetzung urbaner Räume durch temporäre Kunstpräsentationen
Marc Dirk Wacht

Container als Ausstellungsraum – Ein Konzeptvergleich
Ansgar Lübbe

Die Brechung des Lichts – Darstellungen der Meeresoberfläche von Iwan Aiwasowski bis Olafur Eliasson
Sophie Lindner

Faszination Wal: Das Motiv des Wals zwischen Wissenschaft und Künsten
Tabitha Schmitz:

Tierisch fehl am Platz? – Unnatürliche Tierpräsentationen in der Medienkunst
Gianna Seger

Ernst Haeckels Kunstformen der Natur und Die Kunstgewerbe des Jugendstils
Sho Ito

Gefährliche Strömungen: Die Welle als Symbolträger bei Morton Rhue
Linda Jakoby

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